by Greenpeace and friends

Wenn wir nicht bereit sind, den Preis der Energie in Euro zu bezahlen, dann werden wir ihn bald in Menschenleben bezahlen.

Hermann Scheer, Solarpionier 1996

Energie-Wende



Seit Anfang der 1970er Jahre sind wir uns bewusst, dass fossile Rohstoffe begrenzt sind.

Seit Mitte der 1980er Jahre wird von ExpertInnen befürchtet, dass das Verbrennen fossiler Energieträger wie Öl, Erdgas oder Kohle die Zusammensetzung der Atmosphäre so stark verändert, dass sich das Klima verändern könnte.

Heute ist "Peak-Oil", der Moment, an dem mehr verbraucht wurde, als noch zu finden ist, in aller Munde. Öl geht zur Neige. Auch der Treibhauseffekt ist längst zur Gewissheit geworden: mit messbaren und bereits spürbaren Wirkungen, die unermesslichen Schaden anrichten werden, für die Natur und für die Menschen. Auch zehn politische Weltkonferenzen zum Klimaschutz haben an dieser Entwicklung leider nichts ändern können.

Solange die Wirtschaft weltweit immer nur nach mehr und "billiger" Energie ruft, werden sie mehr bekommen, mehr Öl, mehr Gas, mehr Kohle, mehr Atomkraft. Und wir werden mehr bezahlen, mehr Kosten, mehr Schäden...

Die Antwort wäre naheliegend: erneuerbare Energien. In Summe können Wind, Wasser, Sonne und Erdwärme den Bedarf der Menschheit für lange Zeit decken. Auch Biomasse kann einen Beitrag leisten, ist aber mit Vorsicht zu behandeln. Die Energie-Wende kann umso leichter greifen, je rascher sich der Bedarf auf ein vernünftiges Maß einpendelt und umso schneller jede Art der Verschwendung und Ineffizienz beseitigt wird.  

Doch daran besteht wenig Interesse von Seiten der Energie-Konzerne. Die österreichische OMV entblödet sich nicht, den Rekordgewinn des Jahres 2005 als "Erfolg" zu preisen. Ein Erfolg, eingefahren durch hohe Energie-Preise auf unsere Kosten, und Umweltschäden, auch auf unsere Kosten. Trotz passiert nichts, außer eine kontinuierliche Preissteigerung.  

Dabei geht es uns scheinbar wie dem Frosch im Kochtopf. Wird das Wasser langsam erhitzt, so bringt sich der Frosch nicht durch einen Sprung in Sicherheit. Er wartet, bis es zu spät ist. Auch wir schimpfen und zahlen, aber die Veränderung ist zu allmählich, als dass sie uns zum Rausspringen ermutigt. Wir sind abhängige Öloholics.

Wir müssen aber nicht auf den nächsten Energie-Schock warten.
Auf massiven Druck mit breiter Unterstützung der betroffenen Menschen würde die Politik reagieren. Und eine lokal wie global gestärkte Politik könnte den Teufelskreis durchbrechen.

Fangen wir bei uns an. Starten wir die Energiewende. Setzten wir auf erneuerbare Energie.

BP (Britisch Petrol) nennt sich jüngst "Beyond Petrol".
Doch von "jenseits des Benzins" kann keine Rede sein. BP ist zwar ein großer Investor in Solartechnologie, aber im Geschäftsjahr 2003 hat der Umsatz-Anteil von BP Solar nur 0,14 Prozent ausgemacht, bei einem Gesamtumsatz von 233 Mrd. US Dollar - durch Öl.


1990 betrug der Weltverbrauch an fossilen Energien (Erdöl, Kohle, Erdgas) 5,63 Mrd. t Rohöleinheiten (dem üblichen Maß für gehandelte Energie)
Im Jahr 2005 verbrauchte die Menschheit bereits 50% mehr als 1990.
Der WEC, der Weltenergierat, ist sogar überzeugt, dass ein weitere  Steigerung des fossilen Energieverbrauchs um 85 Prozent bis zum Jahr 2050 bevorsteht.


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