by Greenpeace and friends

Globale Ressourcen werden im Sommer schon aufgebraucht sein


World Overshoot Day am 8. August 2016 : Steigender Verbrauch von natürlichen Ressourcen zwingt die Welt immer früher in ökologisches Defizit.

Die Menschheit lebt weit über ihre Verhältnisse. Die jährlich zur Verfügung stehenden natürlichen Ressourcen reichen bei weitem nicht mehr aus, um den globalen Verbrauch zu decken. Der Tag, ab dem die Weltgemeinschaft ökologisch auf Kredit lebt - der so genannte ‚World Overshoot Day’ - fiel 2016 auf den 8. August.



Global Footprint Network

Dies geht aus dem heute veröffentlichten Bericht des Global Footprint Network hervor. "Erschreckend ist, dass dieser Zeitpunkt jedes Jahr früher erreicht wird. Der globale Überkonsum führt unweigerlich zur Zerstörung der Natur, zu Verlust von Wäldern, fruchtbarem Boden und Fischgründen – den Grundlagen unseres Wirtschaftens und unseres Überlebens", kritisiert Dr. Mathis Wackernagel, Direktor des Global Footprint Network.



Ressourcen sind heuer bereits verbraucht

Das Global Footprint Network berechnet jedes Jahr den "ökologischen Fußabdruck" der Menschheit, ein Wert, der sich aus dem Bedarf an Acker- und Weideland, Wald, Fischereigewässern und CO2-Senken ermitteln lässt. Vergleicht man diesen "Fußabdruck" mit der weltweit vorhandenen Biokapazität, der Fähigkeit der Ökosysteme, Ressourcen zu erneuern und Abfälle aufzunehmen, ergibt sich das Datum des ‚Overshoot Day’. Mit stetigem Anwachsen des Weltverbrauches rutscht der ‚Overshoot Day’ im Kalender jedes Jahr weiter nach vorne. Laut Global Footprint Network war der erste Overshoot Day der 19. Dezember 1987, im Jahr 1995 bereits der 21. November.

"Overshoot ist die wahrscheinlich wichtigste Sache, von der noch nie jemand gehört hat" betont Wolfgang Pekny von Greenpeace die Bedeutung des Konzeptes "heute beanspruchen wir in neun Monaten, was die Erde in einem Jahr regenerieren kann, eine Übernutzung um 25%, die sich zu einer dramatischen Verschuldung summiert. Trotzdem leben drei Viertel der Menschheit noch in äußerst bescheidenen, oft menschenunwürdigen Verhältnissen" betont Pekny. "Da diese Milliarden dringendst mehr Ressourcen brauchen, müssen die wohlhabenden Länder in Zukunft mit deutlich weniger auskommen."

"Notwendig ist ein globaler Paradigmenwechsel. Wirtschaftskonzepte, die unbegrenzte Ressourcen voraussetzen, werden einer begrenzten Welt längst nicht mehr gerecht. Es braucht das Konzept einer fairen, der Kleinheit des Planeten angepassten Global-Ökonomie an Stelle der Summe einzelner, auf Wachstum ausgerichteterVolkswirtschaften", so Pekny.

Die von Pekny gegründete Plattform Footprint Österreich ist einer von weltweit 75 Partnern des Global Footprint Networks, die sich der Verbreitung dieser Erkenntnisse widmet. Neben Greenpeace sind auch der WWF, GLOBAL 2000, das Wissenschaftsinstitut SERI und die Südwind-Agentur in der Plattform Footprint Österreich aktiv.

Was du tun kannst:

Die einfache FAUSTREGEL der "vier F" zeigt die Maßnahmen, mit der jeder Mensch bei weitem am meisten zu einer Reduktion des persönlichen Footprints beitragen kann:

  • So gut wie nie FLIEGEN
  • Weniger FAHREN mit dem Auto, nie allein, jedenfalls langsamer.
  • Weniger FLEISCH und tierische Produkte essen, (lokale, jahreszeitgerechte Bioprodukte bevorzugen)
  • Wohnen wie im FASS, gut isoliert, klein, kompakt, mit öffentlichen Verkehrsmittel erreichbar.

Daneben können durch Unterstützung von NGOs, die sich zur Bewahrung der Natur einsetzen, die laufenden Schäden in Grenzen gehalten werden und die Bioproduktivität stabilisiert oder sogar verbessert werden.

Allen voran ist aber breites politisches Engagement notwendig. Denn ohne prinzipielle Veränderungen in der Art und Weise, wie wir wirtschaften und konsumieren,  bliebe das eine Sisiphus-Aufgabe. Es reicht nicht, sich in einem prinzipiell unfairen und Natur zerstörenden Weltwirtschaftssystem halbwegs anständig zu benehmen. Auch noch so viele, gut meinende Menschen, die sich ehrlich bemühen, ihren Teil zu einer gerechteren Welt beizutragen, würden die Folgen des Treibens einer verschwenderischen Minderheit nicht ausgleichen können. 

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