by Greenpeace and friends

Wenn ein Planet nicht mehr ausreicht



"Würden alle Menschen so aufwendig leben wie wir in Europa, dann bräuchten wir fast 3 Planeten von der Qualität der Erde. Die zentrale Forschungsfrage des 21ten Jahrhunderts lautet also: Wie können wir alle gut leben, mit dem, was uns ein Planet nachhaltig zur Verfügung stellen kann?" bringt Dr. Wackernagel die Herausforderung auf den Punkt.

Jedes Jahr berechnen die Wissenschaftler von Global Footprint Network den weltweiten Ressourcenverbrauch mit Hilfe des Ökologischen Fußabdrucks. Sie berechnen die Nachfrage nach Acker- und Weideland, Wäldern und Fischgründen. Dann wird dieser Ressourcenverbrauch mit der tatsächlichen Fähigkeit der Ökosysteme verglichen, die diese Ressourcen generieren, die Abfälle aufnehmen und diese umwandeln. Aus diesem Vergleich ergibt sich die Bilanz, die im Moment bedenklich im Minus liegt.

Seit Mitte der 1980er Jahre verbraucht die Menschheit mehr Ressourcen als unser Planet in jedem Jahr erneuern kann. Dieses Ungleichgewicht nahm in den vergangenen Jahren immer weiter zu. 1996 konsumierte die Menschheit bereits 15% mehr als die Erde regenieren konnte. Das Datenmaterial, das Global Footprint Network mit Sitz in Kalifornien und die New Economics Foundation (nef) in Großbritannien auswerteten, ließen den "Ecological Debt Day" im Jahr 1996 in den November fallen. Durch die Zunahme des Überkonsums natürlicher Ressourcen auf 30% fällt der "Ecological Debt Day" dieses Jahr auf den 6.Oktober.

Neben ihrer Funktion als Buchhalter des Planeten und seiner Ressourcen versucht das Global Footprint Network zusammen mit seinem internationalen Partnernetzwerk den Overshoot – den Raubbau an unserem Planeten – zu beenden.

Um unseren ökologischen Haushalt in ein Gleichgewicht zu bringen, bedarf es mindestens zweier Ansatzpunkte. Zum einen müssen die Ökosysteme der Erde so bewirtschaftet werden, dass sie auch weiterhin die Ressourcen bereitstellen können. Zum anderen müssen der

  • individuelle Konsum, die
  • Produktionseffizienz und die weltweite
  • Bevölkerungszahl angesprochen werden.

Diese drei Aspekte bestimmen, in welchem Ausmaß die Menschheit die Natur belastet.

Jede/r Einzelne kann sich aus seiner persönlichen ökologischen SchuldnerInnensituation befreien:

  • Ein geringerer Fleischverbrauch,
  • weniger Auto- und Flugzeugreisen und
  • ein geringerer Energieverbrauch

sind sehr effektiv, wenn es darum geht, den eigenen Ökologischen Fußabdruck zu verkleinern. BürgerInnen können ihre Regierungen und Industriekapitäne dazu ermutigen, ihre Ziele ebenfalls an der Beendigung des Overshoot auszurichten. Dazu Bedarf es beispielsweise geschickter Stadt- und Infrastrukturplanung und der Anwendung von modernen Umwelttechnologien.

Einzelpersonen können helfen Ökosysteme wiederherzustellen und zu schützen. Organisationen, die durch ihren weltweiten Einsatz versuchen, das Bevölkerungswachstum zu bremsen, tragen ebenso zu diesen Zielen bei, wie Organisationen die die Rolle von Frauen durch Bildung und dem Zugang zu Methoden der Familienplanung stärken.

Nur mit weltweitem, gemeinsamem Engagement kann der Raubbau an der Natur beendet werden und der "Ecological Debt Day" wieder zu Geschichte werden.

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Quelle: Greenpeace, Plattform Footprint

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