by Greenpeace and friends

Neuer Living Planet Report des WWF




Plattform Footprint 29.Oktober 2008

Aktueller Welt-Umweltbericht: Globaler Footprint ist die eigentliche Kreditkrise!

Living Planet Report 2008 dokumentiert ökologischen Zustand der Erde


Wien/Gland, 29. Oktober 2008

Der heute vom WWF International vorgestellte "Living Planet Report 2008" bestätigt den schon seit Jahren gemessenen Trend: Die Menschheit lebt über die Verhältnisse, beanspruchte im Jahr 2005 den Gegenwert von 1,3 Planeten. Im Jahr 2035 wären bei bestehenden Trends bereits zwei Planeten erforderlich, um die global benötigten Ressourcen bereit zu stellen.
Der WWF  Living Planet Report, gemeinsam mit dem Global Footprint Network (GFN) und der Zoologischen Gesellschaft von London (ZSL) erstellt, erscheint alle zwei Jahre und ist eine der wichtigsten Studien zum Zustand unseres Planeten. Der Report zeigt den aktuellen Zustand und die Trends der letzten Jahre: Die natürlichen Ressourcen und die Artenvielfalt sind weiterhin rückläufig, und immer mehr Länder bekommen Probleme mit der Wasserversorgung. 

(> Aussendung des WWF)

Die für den Report von den Wissenschaftern des Global Footprint Network erhobenen Daten sind Grundlage praktisch aller Footprint-Berechnungen auf der Welt. Auch die Publikationen der Plattform Footprint und der österreichische Fußabdruckrechner www.mein-fussabdruck.at beruhen darauf, allerdings noch auf den Daten  der Ausgabe 2006. Dort wurden für die durchschnittliche Österreicherin noch 4,9 Hektar gemessen. Der aktuelle Wert liegt bei 5,0 global Hektar pro EinwohnerIn.

(Zu den weiteren Unterschieden siehe www.footprint.at/methode2008)

Doch all diese Kleinigkeiten ändern nichts an der unmissverständlichen Aussage der ökologischen Buchhaltung:
Die Welt als Ganzes lebt auf zu großem Fuß, und ganz besonders wir in den reichen Ländern tragen dazu bei.
"Die ökologische Alarmstufe wird zur sozialen Obszönität, wenn wir uns vergegenwärtigen, dass die Übernutzung des Planeten von nur einem knappen Viertel der Weltbevölkerung verursacht wird.  Hier Fettleibigkeit als Volksseuche, dort milliardenfacher Hunger.  Hier Acker- und wasserverschlingende Agrotreibstoffe, dort Wassermangel und durstende Kinder", betont Wolfgang Pekny, Gründer der Plattform Footprint in Österreich.
 "Es ist absurd, dass sich die Politik durch die vergleichsweise lächerlichen Defizite und durch  Spekulationsblasen ablenken lässt. Das wirkliche Defizit ist das Aufzehren des Natur-Kapitals. Das wird blind ignoriert, als wäre unser größter Gläubiger, Planet Erde, unendlich liquid."

Die gängigen Vorschläge, auch in den bereits ökologisch hoch verschuldeten reichen Ländern wirtschaftlich weiter zu wachsen, um die rein "kaufmännischen" Schulden durch noch größere, echte Schulden bei der Natur zu bedienen, würden jedem Kaufmann in Kürze fahrlässige Krida einbringen. Keine Auffanggesellschaft kann den Konkurs der Natur abfedern, keine Geldpresse kann Natur  nachdrucken.
Maßnahmen, um den zukunfts-unfähigen Kurs sofort zu verlassen sind bekannt und beschrieben, unter anderem auch im aktuellen Living Planet Report 2008.

Rückfragehinweis:
Wolfgang Pekny, Plattform Footprint + 43 664 121 07 61

Der Living Planet Report 2008 in deutscher Sprache ist
als >pdf  verfügbar. (Achtung! 5,1 MB)