Overshoot2010
Die Menschheit in den roten Zahlen!
Am 21. August 2010 hat die Menschheit alles an Biokapazität beansprucht, was die Natur für das ganze Jahr bereitstellen kann. Ab diesem Tag wird die Menschheit bis zum Jahresende über die Verhältnisse leben - sozusagen auf Pump - und das Kapital der Natur aufzehren anstatt sich mit den Erträgen zufrieden zu geben.
Was sich in der Welt der Wirtschaft und Finanz schon als wenig klug erweist, kann im ökologischen Bereich zu noch viel größeren Katastrophen führen. Ökosysteme können nach Überschuldung nicht in den Ausgleich gehen und die Folgen eines Bankrotts der Natur mag sich noch niemand ausmalen.
Presseerklärung der Plattform Footprint zum Earth Overshoot Day finden Sie >hier.
Die Aussendung des Global Footprint Networks (in Englisch) >hier.
Das Global Footprint Network berechnet jedes Jahr den Ökologischen Fußabdruck der Menschheit: dabei werden die erforderlichen produktiven Land- und Meeresflächen errechnet, die für unseren Jahresverbrauch an Gütern und für den Abbau unserer Abfälle (einschließlich CO2-Emissionen) benötigt werden, und dieser Wert wird mit dem der tatsächlichen globalen Biokapazität (was die Ökosysteme der Erde tatsächlich bieten können) verglichen.
Das Konzept des 'Earth Overshoot Day' wurde von der englischen NGO NEF (New Economic Foundation) im Jahr 2007 entwickelt (seit diesem Jahr sind die entsprechenden statistischen globalen Daten verfügbar) und seitdem jährlich berechnet und "zelebriert". Die Berechnung erfolgt anhand der jeweils besten verfügbaren statistischen Daten, der Bevölkerungs- und Konsumentwicklung auf globaler Ebene und der Wechselwirkung zwischen der Entwicklung des globalen BIP und dem globalen Ressourcenbedarf.
Im letzten Jahr fiel der 'Earth Overshoot Day' auf den 25. September. Für heuer ergibt die Schätzung eine Verschiebung von über einem Monat. Der Grund dafür ist nicht so sehr ein plötzlich verändertes Konsumverhalten der Menschheit, als vielmehr methodische Verbesserungen bei den Berechnungen, die eine präzisere Festlegung des Overshoot ermöglicht haben. Die neuesten verfügbaren Daten zeigen, dass unser Planet eine geringere Biokapazität hat als bisher angenommen. Dies betrifft vor allem die auf der Erde verfügbaren Weideflächen.
“Wir nehmen an, dass unsere Berechnungen eher optimistische Schätzungen sind.” sagt Mathis Wackernagel. “Was wir sicher wissen ist, dass wir über den Möglichkeiten leben, die uns die Erde bieten kann.“
Was ist der Overshoot?
Über den längsten Teil der Geschichte hat die Menschheit als Ganzes weniger natürliche Rohstoffe verbraucht und weniger CO2 produziert, als die Erde von sich aus neu schaffen und regenerieren konnte.
Erst vor knapp 25 Jahren hat die Menschheit begonnen, mehr zu verbrauchen als der Planet leisten kann. Dieser Fehlbetrag zwischen “Einnahmen” und “Ausgaben”, dieser „Overshoot“ (“ökologische Defizit”) wächst seitdem kontinuierlich von Jahr zu Jahr. Ein prinzipiell nicht zukunftsfähiger Trend.Derzeit braucht die Erde ein Jahr und sechs Monate, um die von der Menschheit in einem Jahr verbrauchten Ressourcen wieder auszugleichen.
Overshoot und Klimawandel
Der Klimawandel ist der deutlichste Hinweis auf unser unverantwortliches Umgehen mit der natürlichen Umwelt. Die Verbrennung fossiler Energieträger wie Öl, Kohle und Gas setzt mehr CO2 frei, als die Ökosysteme verarbeiten und ausgleichen können; daher steigt der CO2-Anteil in der Erdatmosphäre und trägt zum Klimawandel bei. Der Carbon-Footprint stellt einen wesentlichen Anteil am “Ökologischen Fußabdruck” der Menschheit dar und ist der am schnellsten wachsende Anteil am Footprint. Seit 1970 hat sich der CO2-Ausstoss mehr als verdoppelt und macht nun mehr als die Hälfte des Fußabdruckes der Menschheit aus. Eine weitgehende Reduktion der CO2 Emissionen ist deshalb eine zentrale Voraussetzung beim Reduzieren unseres Ökologischen Fußabdrucks.
Hintergrundmaterial und anschauliche Grafiken des Global Footprint Network >hier
Um Ihren persönlichen Ökologischen Fußabdruck zu berechnen und Verbesserungsmöglichkeiten zu analysieren, können Sie unsere Fußabdruckrechner nutzen. >link
Weitere Informationen zu früheren Overshoot Days >hier
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Das aktuelle Buch zum Ökologischen Fußabruck vom Mit-Efinder der revolutionären Natur-Bilanzierungsmethode
Ressourcenknappheit wird zur zentralen Herausforderung des 21. Jahrhunderts. Länder und Städte, die sich darauf vorbereiten, werden gewinnen. Wer zögert, verliert massiv.
„Der Ecological Footprint: Die Welt neu vermessen“ führt ins Footprint-Denken ein und stellt ein Zukunftsweisendes Diagnoseinstrument vor. Mit vielen anschaulichen Bespielen kann es als Brücke zwischen Ökonomie und Ökologie dienen.
Der Ecological Footprint beschreibt Angebot und Nachfrage des Naturkapitals nach wissenschaftlichen Prinzipien und ist intuitiv verständlich. Nur was man messen kann, kann man auch managen. Die ökologische Buchführung des Footprint ist deshalb im Interesse jeder Stadt, jeder Region, jedes Landes. Und hilft der Menschheit als Ganzes. Erfolgreiche Entwicklung bedeutet, ein reiches und erfülltes Leben zu führen, innerhalb der ökologischen Möglichkeiten der Natur. Der Footprint zeigt, wie das möglich ist.
Zu den Autoren:
Mathis Wackernagel, Ph.D., geboren 1962 in Basel, ist Präsident des Global Footprint Network, mit Sitz in Kalifornien, Belgien und der Schweiz. Das Network hat Partner und Projekte auf allen Kontinenten. Mathis Wackernagel ist mit Bill Rees Pionier der Ecological Footprint-Methode. Er ist Ehrendoktor der Universität Bern und hat eine Gastprofessur in Cornell. Auszeichnungen: Herman Daly Award der US Society for Ecological Economics, WWF Award for Conservation Merit, Skoll Award for Social Entrepreneurs.
Bert Beyers, geboren 1956 in Mönchengladbach, ist im Hauptberuf Redakteur beim Norddeutschen Rundfunk in Hamburg. Seit Jahren befasst er sich mit ökologischen und Zukunftsfragen. Zuletzt von ihm erschienen: Welt mit Zukunft – Überleben im 21. Jahrhundert, zusammen mit Franz Josef Radermacher.
Der Ecological Footprint: Die Welt neu vermessen
Von Mathis Wackernagel & Bert Beyers
Europäische Verlagsanstalt, Hamburg, 2010
244 Seiten broschiert
Zahlreiche Graphiken, € (D) 19,90
ISBN 978-3-931705-32-9










