Mit Aufschwung droht Öko-Kollaps: Welterschöpfungstag am 29. Juli

Am 29. Juli 2021, ist die Menge natürlicher Ressourcen verbraucht, die der Planet im gesamten Jahr regenerieren kann. Der Welterschöpfungstag (Earth Overshoot Day) ist, trotz der weltweiten Corona-Pandemie wieder auf Niveau von 2019.

Der weltweite Shutdown hat nur für ein kurzes Aufatmen gesorgt – von einer langfristigen Erholung des Planeten ist keine Rede. Wir schießen weit über das verträgliche Maß hinaus. Eine Menschheit, die innerhalb des ökologischen Budgets bestehen will, muss sich grundsätzlich verändern – den Weg dafür muss die Politik endlich vorgeben.

Obwohl die Folgen zumindest von der internationalen Politik längst bereits als Gefahr erkannt sind – (Pariser Klimaziele und Vorgaben der SDGs (Sustainable Development Goals)) fehlen allerorts konkrete Maßnahmen und Umsetzungen. Das Ziel könnte sein: „Die gemeinsame Suche nach dem guten Leben für alle Menschen und im Einklang mit der Natur“, ohne den Menschen einen schwer verträglichen Ausnahmezustand aufzuzwingen. Dazu braucht es „design statt desaster“!

Was wir brauchen ist eine weltweite Reduktion an Klimagasen von etwa 8% jährlich – also OHNE ERHOLUNG dazwischen! Statt eines grünen Neustarts nach der Krise, ist wieder grenzenlose Ausbeutung an der Tagesordnung. In der Theorie ist schon lange klar: Eine schrittweise, durch die Natur erzwungene Anpassung an das Unausweichliche, – change by desaster – kommt immer viel zu spät, mit schrecklichen Folgen. Gefragt ist „change by design“! Eine Menschheit, die innerhalb des ökologischen Budgets des Planeten Bestand haben will, muss sich grundsätzlich verändern. Die technologischen und gesellschafts-politischen Notwendigkeiten dazu sind seit Jahrzehnten bekannt. 

Wir sind als Gemeinschaft handlungsfähig und für den Schutz Aller können auch unerschütterlich engstirnige Leitmotive wie „Wachstum um jeden Preis“ geopfert werden. Die globale Datenlage die den Overshoot wieder auf das Niveau des Jahres 2019 getrieben hat, zeigen leider noch eine andere Sprache.

Mit Globalverstand müssen die Auswirkungen auf andere Menschen einbezogen werden. Auf Klimawandel und Overshoot angewandt, begründet diese Haltung die Notwendigkeit, auch den eigenen Lebensstil, die Konsum- und Reisegewohnheiten zu hinterfragen und zu verändern, bevor uns dies durch einen schwer verträglichen Ausnahmezustand aufgezwungen wird. Am Beispiel Flugverkehr wird klar, dass es den sofortigen Wegfall von klimaschädlichen Subventionen braucht, aber auch die Menschen, die Freude daran haben anders zu reisen und nicht mehr in den Flieger steigen, auch wenn sie es sich leisten könnten.

Anstatt die Krisen in Massentourismus, Massentierhaltung, Automobil-Industrie, “fast fashion“…  zu bejammern, gilt es jetzt die Chance für einen Strukturwandel zu nutzen.

Doch die Realpolitik ist nach anfänglichem Mut gerade dabei, und strebt ein „zurück zur Normalität“ an! Wiederherstellung des Zustandes im Jänner 2020 gilt nun als “wirttschaftlich wünschenswert”. Doch schon dieser Zustand war weder ökologisch nachhaltig, noch sozial fair, noch wirtschaftlich zukunftsfähig…!

Es fehlt noch an einem globalen Verstand, die Welt als das zu verstehen, was sie geworden ist: ein überlastetes Raumschiff durch Überkonsum! Unsere Erde stößt immer mehr an ihre Belastungsgrenzen. Die eskalierende Klimakrise, die Ausbeutung der Urwälder, der weltweite Verlust der Artenvielfalt, die leergefischten und sauren Meere sowie die ausgezehrten Böden sind nur verschiedene Symptom der gleichen Ursache: Der Planet Erde ist zu klein geworden, zumindest für die Konsumgewohnheiten der ‚weltweiten Konsumenten‘. Und eben längst auch für die bisherigen Methoden von Wirtschaft und Politik. Eine Rückkehr nach Covid-19 zur „Normalität“ ist ein zurück in DIE Krise.

Wir brauchen von der Politik eine klare Weichenstellung, dass nicht mehr Naturleistung verbraucht wird, als vorhanden ist. Das beinhaltet Rahmenbedingungen und konkrete Maßnahmen, die wirksam aber für Unternehmen planbar, die konsequent aber für Menschen gestaltbar sind. Mit dem Ziel ein friedliches und zukunftssicheres Leben zu gestalten, damit wir nicht länger auf Kosten zukünftiger Generationen leben.

Wir bitten sich wiederholende Textpassagen zu Vorjahren zu entschuldigen. Leider müssen wir erneut – auf genau die gleiche Problemlage – hinweisen. Auf einen allumfassenden Kurswechsel und die Möglichkeit der Plattform Footprint den Fokus auf noch ausständige Einzelmaßnahmen zu legen, freuen wir uns. Wir arbeiten dran!

Link zur Presseaussendung + Anhang (Hintergrundinfo) + Grafik

Weiter Hintergrundinformationen aus dem Archiv (Overshoot2019 = Overshoot 2021)

Konkreter Vorschlag an die Bundesregierung findet sich im Lebensmanifest!

Bildungsmaterialien der Plattform Footprint für LehrerInnen zum freien Download: https://www.e-co-foot.eu/

 –> Tool zum raschen Abschätzen des Persönlichen Overshoot Days 

link: Internationale Kampagne zu End Overshoot

Kategorien: Aktuelles